Nahaufnahme der Mondoberfläche im harten Sonnenlicht. Im Zentrum liegt der markante Einschlagkrater Triesnecker mit tiefen Schattierungen. Östlich des Kraters erstreckt sich ein verzweigtes System aus schmalen Mondrillen (Rimae Triesnecker), umgeben von einer rauen, kraterübersäten Landschaft.

Der Krater Triesnecker und das umgebende Rillensystem gehören wohl zu den meistfotografierten Gegenden auf dem Mond. Heute Morgen versuchte ich mich daran, denn das Seeing ließ Freude aufkommen, und dieses Motiv hatte ich noch nie bei abnehmendem Mond aufgenommen. Visuell erweckte das Gelände mit den stärksten Rillen den Eindruck, als ob sich der Untergrund zwischen Triesnecker und Hyginus A, von einer mächtigen Kraft hochgedrückt, aufwölben würde- ein Resultat des niedriegen Sonnenstandes und der vorteilhaften Geometrie. So deutlich habe ich das noch nie gesehen. Das Foto gibt diesen Eindruck leider nicht gut wieder.

125% Darstellung. Aufgenommen mit meinem 200mm Tetra-Schiefspiegler, ASI 178, RGB Grünfilter. Bei Belichtung und Ausarbeitung lag das Augenmerk
auf den Gebieten nahe des Terminators. Fokussiert mit der Steuerung von Simon, die trotz mörderischer Hitze im Sommer, Kondenswasser, und Eis im Winter, immer noch tadellos funktioniert.

Guntram Lampert

Lange Nacht der Sterne auf dem Furkajoch 2025

Hier haben Sie die Gelegenheit, die ganze Nacht mit Himmelsbeobachtungen unter dunklem
Gebirgshimmel zu verbringen. Auch in diesem Jahr bieten wir zwei Termine an.
Wir treffen uns jeweils am Samstag ab 20.00 Uhr auf der Passhöhe Furka.

  1. Termin: Samstag, 23. August
  2. Termin: Samstag, 30. August

Am Ostersonntag Abend war der Himmel über Dornbirn wirklich klar, und ich wollte versuchen, einige geostationäre Satelliten aufzunehmen. Doch wo stehen sie am Himmel?

Nach einigem Nachdenken und herumsuchen fand ich die Lösung auf der Beobachtungsinformationsseite CalSky. Dort kann man sich, wenn der eigene Beobachtungsort festgelegt ist, die Position eines geostationären Satelliten in eine Sternkarte einblenden lassen, und zwar für einen frei wählbaren Zeitpunkt.

Mit einem Leuchtsucher auf der Kamera war es dann möglich, den Bildausschnitt ausreichend genau zu bestimmen. Das geht aber bestimmt noch besser. Nachdem auf gut Glück sieben Aufnahme im Kasten waren, wurden die Bilder als jpegs im Programm fitswork übereinadergelegt. Hier nun das Ergebnis:

Einige Mitglieder der ASTRA- Satellitenfamilie. Die einzelnen Satelliten waren auch schon ohne weitere Bearbeitung auf den Fotos erkennbar.
Größere Version

 

 

 

 

 

 

 

 

Als nächstes möchte ich mit deutlich längerer Brennweite einzelne Satelliten aufnehmen, am besten im Laufe einer ganzen Nacht, und eventuell ihr Schwanken und Schlingern um ihre Sollposition sichtbar machen.

Viele Grüße,

Guntram

Heute, Sonntag, klingelte der Wecker schon um fünf Uhr früh. Gute Sicht war angesagt, und laut metoblue auch exzellentes Seeing für den Raum Dornbirn.
Den Tetra-Schiefspiegler hatte ich schon am Abend aufgebaut. Doch: Was ist ein Beobachtungsversuch ohne Probleme?
Denn kaum war die Kamera angeschlossen, stellte sich heraus, dass das Aufnahmeprogramm FireCapture verschwunden war. Warum auch immer: Schnell herunterladen und neu installieren. Ok. Weiter: Es fehlte etwa ein Millimeter Fokusweg, um ein scharfes Bild zu bekommen. Hat wahrscheinlich mit dem kürzlich erfolgten Umbau der Hauptspiegelzelle und der Neujustierung zu tun. Also zaubern und den Fokusweg retten, Details unwichtig.
Als alles läuft, stellt sich heraus, dass das Seeing eher desaströs ist. Macht nix, draufhalten, und hier ist er, mein erster Jupiter des Jahres 2019:

Später verbesserte sich das Seeing etwas, und es entstand dieses Bild:

Jupiter sieht wieder deutlich anders aus als während der letzten Sichtbarkeit. Bin gespannt, was wir in den nächsten Monaten zu sehen bekommen werden!

Viele Grüße,

Guntram

Hallo miteinander!

Am Sonntag abend justierte ich einen 150mm Kutter. Nachdem die Justierung anhand der Lichter des Karren-Restauso gut wie abgschlossen war, richtete ich das Instrument zur Endkontrolle auf Jupiter.
Sofort stach ein kleiner schwarzer Fleck ganz im Norden ins Auge. Ein Mondtransit!
Rasch den Tetra aufgebaut, kurz justiert, den Dispersionskorrektor eingerichtet und mit der ASI 224 zu filmen begonnen:

Dieses Bild ist, angesichts des nur mäßigen Seeings, recht sanft bearbeitet. Es zeigt den großen Jupitermond Ganymed, während er vor Jupiter vorbeizieht. Sein Durchmesser beträgt 5260km; das ist nicht viel weniger als der Planet Mars mit 6780km und deutlich mehr als unser Mond mit 3480km.
Sein Schatten fällt auf die Wolkendecke des Jupiter.

Im Infrarot zeigt Jupiter ein eigenartiges Bild: Ab etwa 750nm Wellenlänge ist der Große Rote Fleck von einer Art Schleppe eingehüllt, wie ich sie noch nie gesehen habe.

Schließlich noch mit dem RGB Blaufilter an das andere Ende des Spektrums gewechselt, und aus zwei Bildern ein 3D Paar gebastelt:

Viele Grüße,

Guntram

Hallo miteinander!

Nach einer gefühlten Ewigkeit mit Wolken und Nebel klarte der Himmel pünktlich zum Beginn des Beobachtungsabends am 23. März auf der Sternwarte Böhler auf.
Es hatten sich, wenn ich richtig gezählt habe, zehn Besucher eingefunden. Unter den Gästen waren auch Walter Gonzenbach von der AG Rheintal, und Marc Schwyzer.
Wichtigstes Objekt des Abends war der Mond, kurz vor dem ersten Viertel. Nach ausgiebiger visueller Beobachtung bei wirklich guter Luftruhe versuchte ich, den Anblick mit der Kamera festzuhalten.
Die „Abwärme“ der vielen Besucher in der Kuppel beeinträchtigte jedoch das Seeing.

Um das möglichste herauszuholen, kam das Infrarotfilter mit Durchlass ab 685nm zum Einsatz. Die Gegend um die Aridaeus-Rille lag schön am Terminator, und bot einen herrlichen Blick auf diese interessante Gegend.

Während in der Sternwarte der Eskimonebel, M 42, und weitere Objekte bewundert wurden, versuchte ich mich mit mäßigem Erfolg an einer ersten Bearbeitung am Vereinslaptop.

Zu Hause angekommen, wiederholte ich die Auswertung.

Hier noch mit Benennung:

Die Rille ist etwa 250km lang, und 400-500m tief. Es soll sich um einen Grabenbruch handeln, der durch Absinken der Mondoberfläche entlang einer Bruchlinie entstand.

Viele Grüße,

Guntram

Hallo miteinander!

Im Sommer 2017 zeigte die Sonne trotz des abklingenden Aktivitätszyklus einige interessante Sonnenflecken.

Am 3. September gab es gleich zwei ordentliche Brummer zu sehen.
Zunächst die noch in Entwicklung befindliche Gruppe 2673, die einige Tage später einige der stärksten X-Klasse Ausbrüche, die je registriert wurden, zeigte.
In diesem Stadium der Entwicklung sieht man die „Ruhe vor dem Sturm“: Das Magnetfeld bündelt sich in eigenartiger, halbmondförmier Gestalt:

Gleichzeitig hat die Gruppe 2674 ihre volle Pracht erreicht:

Viele Grüße,

Guntram

Hallo Planetenfreunde,

bei der Auswertung der Videos vom 16. Mai stellte sich heraus, dass sich zwei Jupiter-Bilder zu einem Stereopaar kombinieren ließen.

Für den optimalen Stereoeffekt bitte Bildgröße und Betrachtungsabstand variieren.
Der 3D- Effekt stellt sich ein, wenn man die beiden Bilder verschmelzen lässt, also gewissermaßen durch den Bildschirm hindurchschaut. Schwierig zu erklären, aber ganz einfach, nachdem es geklappt hat.

Viele Grüße,

Euer Guntram

Hoi,

Laut Skyweek ist heute die letzte gute Gelegenheit, den Kometen Honda-Mrkos-Pajdusakova zu sehen. Nachdem er im Laufe des Dezembers immer heller wurde, steht am Abendhimmel, steht er etwa 5,6° östlich des schmalen, zunehmenden Mondes. Es handelt sich um einen periodischen Kometen mit einer Umlaufszeit von etwa 5,3 Jahren. Heute durchläuft er den sonnennächsten Punkt seiner Bahn.
Aktuelle Schätzungen sehen ihn bei etwa 7- 7,5 Magnituden.
Da im Rheintal dichter Nebel herrscht, bin ich nach Emsreute hinaufgefahren. Urplötzlich hat das Nebelbohren ein Ende, und ich kann unmittelbar über der Nebelgrenze das Auto beim Feuerwehrhaus parken. Noch ist es recht hell, also Newton aufbauen, Sucher justieren, die Lage checken. Die Luft ist kristallklar, keine Wolke am Himmel.

Doch kurz bevor es dunkel genug ist, um ernsthaft mit der Suche zu beginnen, hebt sich der Nebel. Binnen Sekunden ist alles zu. Wohin jetzt? 
Einzige echte Alternative: Auf der Straße nach Schuttannen weiter hinauf. Also die Ausrüstung rasch abbauen, rein ins Auto, und los geht es auf der extrem steilen Straße.
Nach etwa 300 Metern wird die Sicht wieder frei, und auch der Mond kommt wieder zum Vorschein. Auf der Straße angehalten und das Fernrohr aufgebaut. Doch im Dunkeln habe mich verschätzt: Es ist so steil, daß das Fernrohr einfach umkippt und mit einem Knall aufschlägt.
Das Sucherteleskop ist hin, und aus dem Tubus ist ein dreieckiges Teil mit einer Halterung für den Hauptspiegel ausgebrochen. Ein durch den Krach aufmerksam gewordener Anwohner rät, weiter hinaufzufahren.
Leichter gesagt als getan: Mit Müh und Not schaffe ich es, in dieser Steigung anzufahren. Nach einer Wende finde ich eine schmale Einfahrt zu einem Forstweg.

Der Mond steht schon nahe am Horizont. 
Mit dem notdürftig geflickten Sucher kann ich das fragliche Areal anpeilen und finde nach kurzer Suche den Kometen Honda-Mrkos-Pajdusakova!
Er ist im 160er Newton mit dem 22mm LVW recht deutlich sichtbar, ohne Schweif, ein fluffiges Bällchen mit deutlicher Konzentration zur Mitte hin. Keine Farbwahrnehmung.
Auch im 10×50 Fernglas mit OIII Filtern, die auch die Swan-Banden der Kometen durchlassen, ist er deutlich zu sehen.

Ein Foto von B. Leitner:
http://www.kometarium.com/images/45P_2712_300mm.jpg
Es ist mein 27. Komet, und der 2. des Jahres 2016.
Zu Hause mussten die Schäden repariert werden:

Einen guten Rutsch,

Guntram

Liebe Vereinskollegen, liebe Interessenten!

Unser Ehrenmitglied Dr. Rudolf Seewald ist ein eifriger Autor und hat schon meherere Bücher zu philosophischen Fragen veröffentlicht.

Kürzllich erschien im Hecht-Verlag sein neuntes Buch. Es trägt den Titel Die Großen Fragen der Menschheit. Fragen ohne Antwort.

Auf 150 Seiten spürt er auf sehr persönliche Art Fragen und Rätseln nach, die wohl die Philosophen und Wissenschaftler aller Zivilisationen, die je auf dieser Erde aufgeblüht sind, beschäftigt haben.

Das Buch ist unserem Verein, den Vorarlberger Amateur Astronomen, gewidmet.

Das Werk wurde im Rahmen einer würdigen Feier am 24. November im Foyer des Kulturhauses Dornbirn vorgestellt.
Besonders bewegend und denkwürdig war es jedes Mal, wenn Rudi Seewald, im Alter von vollen einhundert Jahren, das Wort ergriff und über seine Motivation, seine Weggefährten und Menschen, die in seinem Leben und Denken eine wichtige Rolle spielten, sprachen.

Ein knappes Dutzend Mitglieder der VAA, unter anderem auch unser Obmann Udo Peter, nahmen (teils mit Ehegattinnen) an der Feier teil.